''Wie geht es dir?'' - ''Gut :)''

I-wie fühl ich mich jedes mal wenn ich die Frage höre ein wenig schlechter.
Mir geht es nach der Reha schon besser... Anders gesagt, mir geht's anders..

Mittlerweile fühlt sich die Antwort ''Mir geht's gut'' falsch an, wie eine Lüge. Weil die ehrliche Antwort so viel komplexer ist.
Mir geht's zwar nicht so schlecht wie vor der Reha, aber dennoch i-wie schlecht.
Die ganzen Dinge die aufgedeckt wurde und nur darauf warten das ich sie ''löse'' oder i-wie verarbeite, die stecken im Hintergrund, lauern, warten darauf das ich freie Zeit zum nachdenken, zum grübeln habe.

Geht es mir wirklich so viel besser? I-wie ja, i-wie nein...

Ja, weil ich jetzt weis wie ich manche Dinge in angriff nehmen muss. Ja, weil ich jetzt leichter reden kann und nicht mehr so schüchtern wie früher bin. Ja, weil ich wieder Blickwinkel aus meiner Kindheit gefunden hab, die ich all das Elend das ich gesehen und durchgemacht habe, wieder gefunden habe. Alte Stärken die mich eigentlich zu dem machen das ich bin.

Gleichzeitig Nein, weil so viel verdrängtes wieder präsent ist. Nein, weil ich auch an die Anderen aus der Klinik denke, die ich kennenlernen durfte, und an deren Probleme und für sie hoffe. Nein, weil ich noch mehr Blickwinkel zur Depression und ähnlichen kennengelernt habe. Nein, weil mir immer mehr bewusst wird wie viele in meinem, und im jüngeren alter, eigentlich Hilfe bräuchten, aber keine bekommen.

So viele Missverständnisse die immer klarer werden. So viel Unverständnis das man im jungen Alter bekommt wenn man eigentlich Hilfe bräuchte.
Und ich sitze dadurch wieder fest weil ich fest hänge zwischen ''ich muss an mich denken'' und ''Ich will anderen helfen''

Ich hab mich ja schon verändert, ich lauf wieder meinen Weg. Denk wieder klarer, kann mich wieder konzentrieren. Aber ich muss noch so viel arbeiten, so unglaublich viel..
Dabei bin ich immer noch total fertig von der Klinik.
Bin hin und her gerissen, obwohl ich einen Weg sehe..

So gern würde ich, für mich und Freunde, eine Selbsthilfegruppe gründen.
Aber viele sagen ich soll erst mal mich um mich kümmern..
Aber schaut euch mal an wie viele Selbsthilfegruppen man im Internet findet.. Und dann findet mal eine für eure Altersgruppe, und in eurer Gruppe..

Auf der einen Seite denk ich das ich mich selbst anlüge.. Auf der anderen Seite geht's mir besser.. Auf einer noch anderen Seite steh ich und frag mich ob ich den Weg den ich sehe mich traue zu gehen. Und auf eine weiteren Seite will ich mich anbrüllen endlich meinen Freund auf manche Dinge anzusprechen..

Jetzt ruft aber erstmal wieder die Arbeit.
Mal sehen wann ich dazu komme einen nächsten Eintrag zu machen.

Was denkt ihr darüber, eine Selbsthilfegruppe gründen? Soll ich es lieber lassen und schauen einfach zu i-einer existierenden zu gehen, auch wenn ich sie nicht ansprechend finde?

*sfz* mal sehen wie es weiter geht. Dass es weiter geht ist ja sicher ;3
LG Baka <3

2 Kommentare 9.2.15 13:04, kommentieren

SelbstBEWUSSTsein

Hallo bei meinem nächsten Eintrag :3

Es geht um das Selbstbewusst sein. Ein Thema bei dem ich oft noch große Probleme habe.
Oft, sehr oft verwechsel, bzw. vermische ich Selbstbewusstsein mit Egoismus... deshalb hab ich bei der Überschrift das Bewusst groß geschrieben.

Nehmen wir das Wort, Selbstbewusstsein, mal auseinander.

Selbst
Bewusst
Sein

Was bedeuten den die Wörter für sich?

Selbst
Das bin ja Ich. Was ich denke, was ich fühle, was ich will und mir wünsche. Wie ich aussehe, wie ich mich verhalte. Mein Lachen, und auch wie ich weine. Wie ich zu anderen bin, wie ich mich ausdrücke. Was ich mache.
Das Selbst steht ganz allen für mein Ich, was ich bin.

Bewusst
Dazu zählt auch so viel. Sehen, hören, fühlen und schmecken. Wach sein, da sein. Wahrnehmen.
Wenn man sein Bewusstsein verliert, in Ohnmacht oder so fällt, dann sieht, hört, spürt man nichts mehr.
Man kann sich so vielem bewusst sein. Sich der Natur bewusst sein, der Umgebung um sich rum. Andere sehen, andere zur Kenntnis nehmen.

Das sein bedeutet das man das dann auch ist.

Das heißt, Selbstbewusst sein bedeutet das ich mich selbst sehe, höre, fühle, weis was ich will, weis was ich denke, was ich mir wünsche. Das heißt das ich mich selbst wahrnehme. Und darauf kommt es an.
Dazu dann auch noch zu stehen, es sagen, und es für richtig halten.

Egoismus ist teilweise auch Selbstbewusst sein. Aber das Selbstbewusstsein wird erst zu Egoismus wenn ich anderen das ICH aufdränge. Wenn ich will das andere mein denken, mein fühlen usw annehmen.

Ich hab es schon immer gehasst wenn das andere gemacht haben, bzw versucht haben. Wenn jemand verlangt von dem geliebt zu werden den man selbst liebt. Wenn man will das jemand auf einen Rücksicht nimmt aber nicht selbst auf denjenigen Rücksicht nimmt. Wenn man verlangt das man sich um das Problem von jemanden kümmert, egal wie schlecht es der anderen Person geht und man dessen Probleme wegdrängt. Wenn man das ICH vor die Anderen schiebt.

Es ist das Gleichgewicht das ich mir wünsche.
Ich will lernen zu sagen wie ich dinge sehe, ohne es anderen aufzudrängen. Gleichzeitig will ich das die Leute sehen das ich das so sehe, aber nicht will das die Anderen das auch sehen, sondern das sich die Anderen sich ihre Gedanken darüber machen und, wenn sie möchten, mir auch mitteilen.

Ich möchte Andere verstehen, und wiederum anderen die Chance geben mich zu verstehen.
Auch wenn ich versuchen muss zu akzeptieren das es eben so, in meinen Augen, engstirnige Leute gibt die mich nicht verstehen wollen und auf ihre Meinung beharren.

Das Ying und Yang ist der Einklang den ich mir so oft Wünsche.
Das Karma, das nicht darauf beruht das man nur gutes machen soll um gutes zu bekommen, oder darauf das wenn man böses macht es auf einen zurück fällt. Das Karma ist das streben nach Ying und Yang, das Gleichgewicht, der Einklang.

Jemand der sich auf nur eine Sache konzentriert, sich auf eins versteift, kann ein viel schwereres Leben haben.
Ich muss da immer an die Schulzeit denken, so die 5te Klasse dürfte das gewesen sein.
Allrounder und Spezialisten. Biologie Unterricht xD
Die Tiere die sich auf eine Nahrung Spezialisieren würden wahrscheinlich sterben wenn genau diese eine Nahrung ausstirbt.
Ein Allrounder, der von mehreren Nahrungsquellen ernährt wird hat größere Chancen das seine Nahrung nicht ausstirbt, und so auch er nicht.

Das beziehe ich auch gern auf das Wissen und auf die dinge die man mag.
Ich mag sehr viel, sehr Unterschiedliches. Hab immer wieder gesehen das ich über vieles nicht so tiefgründiges Wissen verfüge. Als Kind hab ich mir da immer dieses Allrounder vs. Spezialist in Erinnerung gerufen. Das ich mit so vielen Interessen viele Leute kennen lernen kann, das ich, egal auf was für eine Party ich gehe, Spaß haben werde, weil ich so viel verschiedene, auch gegensätzliche Musikrichtungen mag. Und das ist bei vielem so.

Mit dem älter werden hatte ich dieses ''Wissen'' vergessen. Ich bin schier verzweifelt auf der suche nach einem Platz, nach einem Ort zu dem ich vollkommen passe. Ich fühlte mich an vielen Orten sehr wohl, und gleichzeitig hab ich es verflucht nicht ganz hinein zu passen und auch noch zu anderen Orten hingezogen zu werden.
Erst in der Klinik, während einer Gruppentherapie, als eine sehr sehr liebe Frau die ich sehr ins Herz geschlossen habe verzweifelt meinte das sie nichts gut kann, da kam die Erinnerung zurück.
Während ich ihr, wie selbstverständlich, die Geschichte von Allrounder und Spezialist erzählte...
Noch während ich das erzählt hab, das ich als Kind immer daran gedacht hab, hätte ich mich am liebsten selbst geohrfeigt xDD

Wie dumm ich war, vor lauter ''ich will einen platz an dem ich gehöre'' und ''ich will wieder ein Kind sein, frei sein'' hab ich das, was mich als Kind geprägt hat, einfach so vergessen.
Nur.. Sich das wieder bewusst zu werden, und es im Bewusstsein zu behalten... Dass muss ich mir wieder beibringen.

Und da sind wir wieder, am Anfang dieses Textes. Sich selbst bewusst sein/werden.

Das ist es, an dem ich arbeiten will und werde :3

Ich hoffe das meine Denkweise dem ein oder anderen vilt was hilft.
Was mich auch interessieren würde, wie ihr darüber denkt.

Bis zum nächsten Eintrag,
Liebe Grüße, Baka <3

6.2.15 21:22, kommentieren

Was ist eine Depression? Wie erkenne ich eine Depression?

Hi Leute :3
Nach ein paar sehr schöne entspannende Tage mache ich hier weiter.

Der nächste Eintrag ist erstmal allgemein über die Depression.
Viele wissen gar nicht was das ist, viele können sich nicht vorstellen wie viele Symptome Depressionen haben. Wie viele unterschiedliche Zusammensetzungen von Symptomen.

Nicht jede Depression ist gleich, und dennoch sehr sehr ähnlich.
Alleinige Schlafstörung bedeutet nicht gleich Depression, ist aber auch ein Symptom einer Depression.

Kommen wir zum einfachsten, zu meinen depressiven Phasen.

Wenn ich depressiv bin, dann nicht direkt von einen schlag auf den anderen. Auch wenn es mir selbst oft so vor kommt.
Meine Symptome bestehen aus:

Schlafstörungen:
Nicht einschlafen können, nicht durchschlafen können, Müdigkeit den ganzen Tag über. Manchmal sogar dann so müde das ich den ganzen Tag schlafen kann. Das löst dann quasi das nicht ein- und durchschlafen ab. Und dazu kommen dann Albträume die so realistisch sind in dem Moment in dem ich es Träume, und wenn ich dann endlich aufwache merk ich erst wie schwachsinnig die Träume sind. Die Panik vom Traum bleibt dennoch.

Negative Gedanken:
Damit sind Gedanken gemeint die man auch nicht beeinflussen kann. Ich denk dann einfach wie scheiße alles ist. Das alles kein wert hat, alles ist schlecht. Ich frag mich wer ich bin, wohin ich gehöre, und finde einfach keine Antworten darauf. Ich fühl mich einsam, verlassen, obwohl ich das gar nicht bin. Ich möchte mich zerstören, möchte nichts mehr fühlen. Ich sage mir immer wieder was ich nicht darf, was sich nicht gehört, das ich so nicht sein will.
Wenn ich in den Spiegel schaue seh ich nicht mich, ich seh ein hässliches etwas, das nichts ist. Ich denk an alles was ich nicht kann, was ich nicht habe. An scheinbar unerreichbare Wünsche.. Ich seh alles schlechte, doch nichts gutes, egal wie sehr ich mich bemühe auch das gute zu sehen.

Ängste:
Auch etwas wirklich sehr facettenreiches. Ängste sind so zahlreich und können so unglaublich banal sein. Meine Angst besteht dann oft daraus raus zu gehen.
Angst davor wie mich die Leute anschauen.
Angst davor das mir jemand weh tut.
Angst davor angesprochen zu werden.
Angst davor das jemand auf mich zu geht.
Angst davor jemand anzusprechen.
Angst davor Freude zu fragen ob sie was mit mir machen möchten.
Angst vor den Antworten.
Angst davor anderen zu last zu fallen.
Angst davor das sich meine Familie/Freunde/Bekannte Sorgen um mich machen.
Angst davor etwas falsch/nicht ganz zu machen.
Angst davor das mich jemand nicht mag.
Angst davor Ich selbst zu sein.
Angst davor zu viel/zu wenig zu essen.
Angst davor Menschen sauer zu machen.
Angst davor zu enttäuschen und enttäuscht zu werden.
Angst davor allein zu sein.
Angst davor in einer Menschenmenge zerdrückt zu werden.
Angst davor zu ersticken (Ich kann absolut keinen Schal tragen und keine Rollkragenpullis)
Angst vor Menschen mit ganz hellblauen Augen.

Manche Ängste sind immer da, andere zeigen sich nur während einer Depression.

Reizbarkeit:
Während einer Depression bin ich sehr leicht reizbar. Ich reg mich über so vieles auf, über Kleinigkeiten die vor oder nach einer solchen Phase total nichtig sind. Ich werden dann Aggressiv, oder unglaublich traurig, oder beides gleichzeitig.

Körperlich:
Mein Körper fühlt sich, je nachdem ob an Anfang oder Ende der Phase, anders an. Ich hab das Gefühl erdrückt zu werden, und gleichzeitig das Gefühl das es mich gleich zerreist. Mein Hals wird eng, so das ich kaum ohne Schmerzen reden kann. Ich bekomme unglaubliche Magenschmerzen, manchmal krampft mein Magen so schlimm das ich mich nicht bewegen kann und mir tränen kommen. Kopfschmerzen mischen dann häufig mit. Manchmal hab ich unglaubliches Herzrasen, manchmal fang ich an zu zittern. Je nach stärke der Depression.

Drang zum Selbstverletzen:
Ja auch ich habe den Hang dazu mich selbst zu verletzen. Muss aber auch sagen das ich mich nie geritzt habe, nie was richtig heftiges getan habe. Vor allem aus angst das es jemand sehen könnte wenn ich sowas mache.
Lange lange zeit konnte ich mich zusammenreißen überhaupt nichts zu machen das mir körperlich weh tut. Erst vor ca. nem halben Jahr konnte ich mich aber nicht mehr 100% zusammen reißen. Ich habe angefangen mich zu kratzen oder gegen dinge zu schlagen. Mit den Fäusten gegen Wände, oder auch mit dem Kopf. Manchmal, wenns richtig schlimm war, habe ich mich selbst gewürgt... Ich schäme mich für die Sachen.. Ich schäme mich da wirklich sehr für. Es kostet manchmal unglaublich Kraft die Sachen sein zu lassen, aber ich geb mir all meine Mühe das nicht mehr zu machen..

Das hier sind meine Symptome, die auch sehr viele andere haben. Aber es gibt noch sehr sehr viel mehr.

Manche greifen zum Alkohol und zu anderen Drogen um die Symptome abzuschwächen. Andere haben keine Möglichkeit das alles abzuschwächen und versinken in der Depression und haaren so lange aus bis es wieder besser wird. Voller Angst darauf wartend bis die nächste Phase sich zeigt.

Das wichtigste an einer Depression ist es sie sich einzugestehen. Dafür muss man aber erstmal die Depression, seine eigene Depression, verstehen lernen.
Und noch wichtiger ist die Depression als das anzusehen was sie ist: eine Krankheit!

Was sind den bei euch die Zeichen einer Depression (wenn ihr den eine habt)? Wie versucht ihr damit klar zu kommen?

Das wars dann für diesen Eintrag, beim nächsten geh ich ein wenig darauf ein was ich mache um nicht in so eine Phase zu tief zu rutschen :3

LG Baka <3

27.1.15 14:14, kommentieren